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The sky is the limit

Ins Aostatal

Von Umfallern und Auferstehungen

Col des PlanchesCol du TroncCol du LeinChampexCol du Grand-Saint-Bernard

Morgens komme ich früh aus Brig weg. Bis Visp herrscht nerviger Stadverkehr, dann wähle ich den Abzweig zur ersten Höhenstrasse. Klein, fein, kurvig – zwischenzeitlich mit schönen Talblicken. Sicher nicht so schnell wie die Hauptstrasse durchs Tal, abe rich hab ja Zeit.
Die 2. Höhenstrasse endet nach 6km an einer Strassensperre. Also zurück ins Tal, ich versuche die Strasse an einer anderen Stelle zu erreichen. Klappt auch 10km später. Leider wusste der Routenplaner nicht, dass der geplante Weg runter eine Anlegerstrasse ist. Grmbl. – anderen Weg suchen.

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Bis Martingny ist mir Richtig kalt. Auf einem Parkplatz wird erstmals der lange Pullover und die Winterhandschuhe aus der Rolle gekramt.

Auf zu den kleinen Strolchen.
Col des Planches – hierher führt eine kleine asphaltierte Waldstrasse. In die Wolken. Oben nebelig.
Col du Tronc- ich weiss nicht ob ich nicht einfach den falschen Stich gewählt habe, aber nach kurzem Schotterstück führt det nächste Abzweig in einen ausgefahrenen Waldweg. In der Mitte Wiese, in den ausgefahrenen Furchen Steine und Matsche. Endurostrecke. Aber noch fahrbar, auch mit der SR. Geht ja auch nur einen Kilometer.

Col du Lein – der Weg dahin dann geplättete Schotterstrasse – eine verhältnismässig für eine ruhige Piste.
Eigentlich will ich von da auf direktem Weg zum Croix de Coeur oberhalb von Verbier. Aber wieder war der Routenplaner schlecht informiert: Für motorisierte Fahrzeuge gesperrt. Bleibt mir nichts anderes übrig als einen Weg ins Tal zu suchen und erneut über Martigny Richtung St. Bernhard zu fahren. Einen zweiten Versuch auf den Croix de Coeur erspare ich mir dann, dafür hätte ich wieder ein Stück zurückfahren müssen, und der Weg über Verbier wäre aus meiner Sicht sowas wie ein Dead-End gewesen.

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Die Auffahrt zim St. Bernhard ist zumächst fast AB mässig. Gut dass es die kleine Strasse nach Champex gibt. Vorher aber in der ersten Kehre bei der Gorges du Durnand einen Kaffee einfahren.
Die Strasse hinauf ist ganz grisses Kino. In der unteren Hälfte frisch asphaltiert! In der oberen frisch geflickt (die Flicken sind noch warm). Kehrenorgie, Abstand teils 50-100m. Dazwischen elegantes Wedeln, wenn die Strasse sich an den Hang schmiegt. Von der Landschaft bekomme ich hier nicht viel mit. Fahre wie im Rausch.

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Die Südseite hat weniger Kehren und folgt elegant dem Verlauf der Natur. Im oberen und unteren Drittel angenehm, dazwischen etwas ruppig.

Endlich folgt Aufstieg zum einzigen grossen heute – dem grossen St. Bernhard. Es beginnt mit dem Reststück AB – auch mal nett, eine Kehre mit den maximal erlaubten 80km/h durchzufahren. Dann nerven 4km halboffener Tunnel, insbesondere wg. dem LKW vor mir, der nicht überholt werden kann. Doch das Warten lohnt sich. Ab dem Abzweig zum Pass Ruhe – und eine grandiose Berglandschaft.

Dann passiert es – das blödeste Missgeschick das mir mit dem Motorrad bisher passiert ist. Die Strasse und die Gegend sind so schön, dass ich fotografieren will. Links ist ein grob geschotterter Platz. Ich werde langsam, wende, und falle fast im Stand mit der Maschine Richtung Tal. Wie das passieren konnte ? Keine Ahnung. Lenker zu weit eingeschlagen ? Nicht konzentriert ? Beim Anhalten nicht bedacht dass die Talseite tiefer liegt ? Vielleicht auch in ein Loch getreten ? Ich weiss es nicht. Die SR senkt sich einfach immer weiter talwärts, und irgendwann kann ich sie einfach nicht mehr halten. Ein Auto hält sofort an und der Fahrer kümmert sich um mich, hilft mir die SR aufzurichten. Gar nicht so leicht, wenn sie talwärts liegt.
Ist aber nichts passiert. Der linke Spiegel hat sich eingeklappt (super konstruiert, Halcyon!), und der Kupplungshebel hat sich leicht nach unten verdreht. Und ist am Ende verkratzt. Sonst nix, kein Kratzer am Tank, nix. Glück gehabt. Nur etwas Benzin ist surch die Tankentlüftung entwichen.
Ich bin erstmal ziemlich bedient. Obwohl der grosse St. Bernhard seinen Beinamen verdient – der Flow will sich heute erstmal nicht mehr einstellen. Den Rest des Passes brauche ich, um mich wieder zu sammeln.

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Unten muss entschieden werden – schnell Richtung Dusche (die Landstraße durch das Aosta Tal gleicht wieder einer AB), oder angeschlagen wie ich bin nochmal einen Höhenritt wagen? Auch wenn es zunächst schwer fällt, so kann der Tag nicht enden.

Gute Entscheidung. Eine kleine aber nicht zu schmale Strasse schraubt sich mit gutem Belag und kleinen Kehren nochmal auf ca. 1500 Meter, um sich dann die nächsten knapp 30km zwischen 1200 und 1600m der natürlichen Form des Berges anzupassen.
Allein. Auf der ganzen Strecke kommt mir 1 (in Worten: ein) Auto entgegen. Auf dem ein oder anderen Hof sieht mir ein Bauer leicht verwundert nach. Und 2 Bauarbeiter bessern die Strasse aus. Die Strasse führt grösstenteils durch Wald, gibt hier und da Ausblicke ins Aosta Tal frei, und läuft ab und an durch kleine Dörfer (die in der Regel aus 2-3 Höfen bestehen). Die Namen der schönsten Dörfer habe ich leider vergessen.
Der Abstieg: Kehren im 100m Takt. Mir gehts wieder gut.

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